← Ein klassisches Apsara-Tanzdinner in Siem Reap, nahe Angkor Apsara-Tanzratgeber

EINE WIEDERAUFERSTANDENE TRADITION

Wie das königliche Ballett Kambodschas die Roten Khmer überlebte

Die klassische Khmer-Tanzkunst wäre in den 1970er-Jahren beinahe für immer verloren gewesen – wie Prinzessin Buppha Devi und Überlebende sie wieder aufbauten und wie die UNESCO sie später als Weltkulturerbe ehrte.

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Eine blühende Hofkunst, die jäh beendet wurde

Anfang der 1970er-Jahre war das Königliche Ballett von Kambodscha eine etablierte, über Generationen gewachsene Institution – professionelle Tänzerinnen, die von Kindheit an im Palast ausgebildet wurden, das klassische Repertoire bei Staatsanlässen aufführten und als Symbol der kambodschanischen Kultur international tourten. Prinzessin Norodom Buppha Devi, Enkelin von Königin Sisowath Kossamak, war zu diesem Zeitpunkt bereits Primaballerina der Kompanie geworden, nachdem sie die Apsara-Rolle erstmals als Teenager getanzt hatte. Diese Kontinuität – eine Kunstform, die über Generationen hinweg von Tänzerin zu Tänzerin innerhalb eines einzigen königlichen Hauses weitergegeben wurde – stand kurz davor, fast vollständig zu zerbrechen.

Die Jahre der Roten Khmer

Als die Roten Khmer 1975 an die Macht kamen, wurden klassische Tänzer, Musiker und andere Künstler ebenso wie die breitere intellektuelle und gebildete Schicht, die das Regime zu eliminieren suchte, als Symbole der alten aristokratischen Ordnung ins Visier genommen. Kulturelle Organisationen, die heute in Kambodscha tätig sind, berufen sich auf Schätzungen, wonach rund 90 Prozent der klassischen Bühnenkünstler des Landes – Tänzer, Musiker, Lehrer und Instrumentenbauer – unter dem Regime vor dessen Sturz 1979 starben oder verschwanden. Es ist einer der schwersten kulturellen Verluste, die einer einzelnen Kunstform im gesamten zwanzigsten Jahrhundert zugefügt wurden, und er hätte beinahe eine tausendjährige Tradition vollständig ausgelöscht.

Wiederaufbau aus einer Handvoll Überlebender

In den Jahren nach 1979 begannen die Tänzer, Musiker und Lehrer, die überlebt hatten – oft, indem sie während des Regimes ihre Identität verbargen –, einander zu finden und das Repertoire aus der Erinnerung wieder zusammenzusetzen, da so gut wie nie etwas in formaler Notation existiert hatte. Ein Teil dieses frühen Wiederaufbaus geschah in Flüchtlingslagern an der thailändischen Grenze, bevor er zurück nach Kambodscha selbst verlagert wurde. Prinzessin Buppha Devi, die im Ausland gelebt hatte, kehrte 1991 nach Kambodscha zurück und widmete sich der Wiederherstellung des Königlichen Balletts. Gemeinsam mit den überlebenden Meisterlehrern gab sie ihre erinnerte Choreografie an eine neue Generation von Schülern an den Kunstschulen in Phnom Penh weiter.

Vom Kulturminister bis zur UNESCO-Listung

Buppha Devi war später von 1999 bis 2004 Kambodschas Ministerin für Kultur und Schöne Künste und nutzte diese Rolle, um internationale Anerkennung für die Kunstform zu erreichen, deren Wiederaufbau sie mitgeprägt hatte. 2003 erklärte die UNESCO das Königliche Ballett von Kambodscha zum Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit; 2008 wurde es offiziell in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen – das laufende Register der Organisation für Traditionen, die als bedeutend genug gelten, um aktiven internationalen Schutz zu rechtfertigen. Diese Anerkennung brachte auch Fördermittel und Aufmerksamkeit für die Ausbildung der nächsten Tänzergeneration mit sich.

Was diese Geschichte für Besucher bedeutet

Nichts davon ist auf der Bühne sichtbar – eine Dinner-Show in Siem Reap wirkt an der Oberfläche wie schlichte Touristenunterhaltung. Doch jede Tänzerin, die heute Abend die Apsara-Rolle verkörpert, gehört zu einer Linie, die innerhalb lebender Erinnerung beinahe vollständig abgerissen wurde und Gestalt für Gestalt aus dem wiederaufgebaut wurde, was eine Handvoll Überlebender noch erinnern und weitergeben konnte. Dieses Wissen ändert nichts an der Choreografie, aber es verändert, was man sieht: nicht nur eine Dinner-Show-Darbietung, sondern das sichtbare, lebendige Ergebnis einer Tradition, die aktiv und bewusst gerettet werden musste.

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