DIE KLASSISCHE TRADITION
Was ist Apsara-Tanz? Kambodschas klassischer Tanz erklärt
Apsara-Tanz ist Teil des Königlichen Balletts von Kambodscha – eine höfische Tradition mit vier Figurentypen, festgelegten Gesten und goldbestickten Kostümen, die bis heute aufgeführt wird.
Apsara-Tanzdinner-Tickets auf GetYourGuide ansehen ↗Ein Tanz, geschaffen für den königlichen Hof
Während des größten Teils seiner Geschichte wurde der klassische kambodschanische Tanz – gemeinsam bekannt als das Königliche Ballett von Kambodscha – innerhalb der Mauern des Königspalastes in Phnom Penh aufgeführt, nicht vor zahlendem Publikum. Tänzergruppen, die von Kindheit an ausgebildet wurden und historisch ausschließlich aus Frauen bestanden, traten für den König sowie bei Krönungen, Hochzeiten, Beerdigungen und religiösen Zeremonien auf. Das Wissen wurde von Tänzerin zu Tänzerin innerhalb des Palasthaushalts weitergegeben, nicht über öffentliche Schulen oder schriftliche Notation. Erst im 20. Jahrhundert begannen Aufführungen ein breiteres Publikum zu erreichen, und die Version, die die meisten Besucher heute beim Abendessen in Siem Reap sehen, ist eine moderne, öffentliche Erweiterung einer Tradition, die den größten Teil ihrer langen Geschichte in einem sehr kleinen, geschlossenen Kreis verbracht hat.
Vier Charaktertypen tragen das gesamte Repertoire
Die klassische kambodschanische Tanzdramatik basiert auf vier festen Charaktertypen, jeder mit eigener Farbgebung, Kostüm und kodifizierter Bewegungssprache: Neang, die weibliche Rolle; Neay Rong, der männliche Held; Yeak, ein maskierter Riese oder Oger, dessen Gesicht das Publikum nie sieht; und Sva, der Affenkrieger. Historisch tanzten Frauen alle Rollen, auch die der Männer und Affen, bis Königin Sisowath Kossamak – die Großmutter des heutigen kambodschanischen Königs – die Affenrollen Mitte des 20. Jahrhunderts auf männliche Tänzer übertrug. Der Apsara-Tanz selbst gehört zur Kategorie Neang, also zur weiblichen Rolle – er ist die Himmelstänzerinnen-Rolle, keine eigenständige Tanzform für sich.
Kostüme werden genäht, nicht zugeknöpft
Das goldene Brokatkostüm des klassischen kambodschanischen Tanzes ist berühmt für seine hautenge Passform – traditionell wurden die Tänzerinnen vor jeder Aufführung direkt hineingenäht, sodass sich der Stoff wie eine zweite Haut bewegte und nicht wie ein Kleidungsstück, ohne sichtbare Nähte oder Verschlüsse, die die Linie des Körpers unterbrechen würden. Ein vergoldeter, mehrstufiger Kopfschmuck namens Mokot krönt den Look, kombiniert mit breiten juwelenbesetzten Halsreifen, Armreifen und einer langen Schärpe, die von der Taille herabfließt. Speziell im Apsara-Stück tragen die Tänzerinnen manchmal vergoldete Fingerverlängerungen, die die rückwärtige Krümmung der Finger übertreiben – ein Detail, das die Fingerhaltungen auf den Steinreliefs von Angkor widerspiegelt.
Das Orchester hinter dem Tanz
Der klassische kambodschanische Tanz wird vom Pinpeat-Ensemble begleitet – Xylophonen, Gongkreisen, einer Oboe mit vierfachem Rohrblatt und Fasstrommeln, deren Instrumente in die Wände von Angkor Wat gemeißelt erscheinen, was das Ensemble selbst auf rund tausend Jahre zurückdatieren lässt. Es gilt als das größte und klangvollste der traditionellen kambodschanischen Musikensembles und begleitet nicht nur den Tanz, sondern auch Maskentheater und Schattenspiel-Aufführungen. Das Pinpeat hält nicht einfach nur den Takt; seine ineinandergreifenden, zyklischen Melodien sind es, vor deren Hintergrund sich die langsamen, kontrollierten Bewegungen der Tänzer entfalten – und verleihen der gesamten Form ihr bedächtiges, zeremonielles Tempo, statt des treibenden Rhythmus, den man von einer Bühnenshow erwarten würde, die für ein zahlendes Publikum gemacht ist.
Ein Stück unter vielen
Der Tanz, den die meisten Besucher als „Apsara-Tanz“ kennen – Robam Tep Apsara – ist nur ein Teil eines größeren klassischen Repertoires, zu dem auch Tanzdramen nach dem Reamker gehören, der kambodschanischen Version des Ramayana-Epos. Er wurde 1962 unter Königin Sisowath Kossamak choreografiert, direkt inspiriert von den Apsara-Reliefs in Angkor Wat, mit ihrer Enkelin Prinzessin Norodom Buppha Devi als erster Tänzerin. Eine Dinner-Show in Siem Reap beginnt typischerweise mit diesem Apsara-Stück, bevor weitere klassische oder folkloristische Nummern folgen – was wie ein einziger durchgehender Tanz wirkt, ist in Wirklichkeit eine Abfolge mehrerer eigenständiger Stücke.
Noch unentschlossen, welcher Abend es sein soll?
Hinterlassen Sie Ihre E-Mail-Adresse und ungefähr, wann Sie in Siem Reap sind – wir schicken Ihnen eine kurze Übersicht, was ein Apsara-Tanzabend beinhaltet und wie Sie buchen können.